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  • Max Otte – Soll man jetzt in Aktien investieren?

Unser heutiger besonderer Interviewgast ist Max Otte.

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Thorsten Wittmann: Die Finanzmärkte spielen verrückt. Jetzt in Aktien investieren? Wo sollte man in Sachwerten hineingehen? Unser Interviewgast, auf den ich mich sehr freue und der auch sehr bekannt ist in seinem Bereich, ist Bestsellerautor Max Otte.

Damals hat er das Buch „Der Crash kommt“ vor der Finanzmarktkrise geschrieben. Es wurde über 500.000-mal verkauft. Er hat bereits damals vor den Dingen gewarnt, die wir danach noch erlebt haben. Jetzt hat er ein neues Buch verfasst „Weltsystemcrash“, das jetzt nochmal eine Stufe weitergeht.  

Er ist sehr erfolgreicher Fondsmanager und ebenfalls ehemaliger Hochschulprofessor an mehreren Universitäten und Hochschulen. Ich freue mich sehr, dass er heute zu Gast ist in unserer Community - Professor Dr. Max Otte.  

Schön, dass Sie heute dabei sind. Ich freu mich schon sehr auf unser Interview. Ich weiß, dass es sehr interessant und spannend wird. 

Die Finanzmärkte spielen ziemlich verrückt. Wir hatten eine extreme Baisse. Das heißt, es ging richtig nach unten. Dann ist etwas passiert, was viele Menschen sicherlich auch überrascht hat. Zum einen nicht, dass erstmal viel Geld reingepumpt wurde – das ist das, was wir in den letzten Jahren schon oft erlebt haben. Aber dass es dann auch wieder steil nach oben ging. Gleich die erste Frage an Sie Prof. Dr. Otte. Ist jetzt alles wieder vorbei? Ist jetzt alles wieder gut? Friede, Freude, Eierkuchen? Oder wie sehen Sie die aktuellen Finanzmärkte? 

Prof. Dr. Max Otte: Also erstmal hat uns das überhaupt nicht überrascht. Wir waren für unsere Verhältnisse ziemlich stark liquide. Wir haben ja eigentlich Aktienfonds, die, wenn die Situation es erlaubt, mehr oder weniger 100% in Aktien gehen. Wir hatten 25% Liquidität, was für uns sehr viel ist. Diese haben wir die zwei Jahre vorher systematisch aufgebaut. D. h., wir waren natürlich bei dem Aufschwung nicht voll dabei, konnten aber schön in der Krise voll zugreifen und haben das gemacht. Wenn Sie ins Netz schauen, gibt es mehrere Stellen, wo ich am 1., 2., 3. April gesagt habe, wir sind voll investiert. D. h. wir haben genau zu dem Zeitpunkt, als alle anderen gezittert haben, investiert. Es hat sich auch schon ausgezahlt. Deswegen ist die ganze Krise natürlich noch nicht vorbei. Aber wir sind mittendrin. Wir sind sogar mittendrin im Endspiel, um die Vermögenswerte der Welt, um die Neuorganisation der Welt, um die Neugestaltung unserer Finanz- und Währungsbeziehungen. Das heißt aber nicht, dass es unbedingt einen Aktiencrash geben muss. Jetzt sind wir schon ganz tief im Thema. Covid-19, Corona heißt eben auch, dass die Staaten sich noch viel mehr Macht angemaßt haben, dass die Menschen das mitmachen und dass wir unter Umständen dieses Endspiel durch staatliche Verordnungen bekommen. Also Bilanzkürzungen der Notenbanken, einfach Nullen streichen, was auch immer passiert. Also ich weiß auch nicht, wie es in den nächsten 6-12 Monaten weitergeht. Ich weiß nur, dass Aktien ein ganz, ganz wesentlicher Teil für den Vermögensaufbaus sind! 

TW: Sie haben grad das Wort Endspiel verwendet. Ich glaube, dass das für viele Zuseher durchaus interessant ist, was kann man sich darunter vorstellen? Also wird das Finanzsystem, so wie wir es heute kennen dann nicht mehr existieren? Was bedeutet das für bestehende Geldanlagen, Vermögen? Ist Bankguthaben dann noch sicher? D. h., was kann man sich unter diesem Begriff „Endspiel“ vorstellen? 

MO: Na ja, genau wissen wir es alle nicht. Wir wissen nur, dass die Welt überschuldet ist, dass sie so nicht mehr rauskommen wird aus dieser Überschuldung und dass Schulden abgebaut werden müssen. Kann ich durch verschiedene Leihmaßnahmen machen. Ich kann Bankguthaben konfiszieren, mit Sondersteuern belegen. Ich kann Nullen streichen. Ich kann die Bilanzen der Notenbanken verkürzen, ich kann Inflation machen. Ich kann Sondersteuern erheben. Ich kann alles Mögliche machen. Das wird sich zeigen im Laufe der Zeit. Zypern hat vor 5 – 6 Jahren schon gezeigt, dass man Bankguthaben zusammenstreicht. Das kann auch die Bankenabwicklungsrichtlinie der Europäischen Union mittlerweile, dass also Bankguthaben herangezogen werden über 100.000 Euro. Darunter sollte es noch eine Einlagensicherung geben. Aber obwohl ich nicht genau weiß, wie das weitergeht, ist klar, dass Geldvermögen, Geldforderungen verschwinden müssen, gestrichen werden müssenDie Deutschen sind so dumm, dass sie einen Großteil ihres Vermögens in Geldforderungen haben eben als Bankguthaben. Und das ist für mich eine der unsichersten Vermögensklassen. Bankguthaben hat man nur kurzfristig, um liquide zu sein. Ansonsten schaut man, dass man das Geld investiert und nicht einfach nur hortet. 

TW: Das hört sich natürlich nicht besonders gut an. Endgame, das würde ja bedeuten, wirklich größere Verwerfungen. Glauben Sie, dass das dann nur ein relativ kurzer Zeitraum ist? Jetzt vielleicht nur 1, 2, 3 Jahre? Oder vielleicht auch eine längere Geschichte? Es gibt ja auch einige Kollegen von ihnen, die beispielsweise das vergleichen mit der großen Depression und die sogar von der größten Depression sprechen! D. h., die das nochmal übertreffen kann. 

MO: Das weiß ich alles nicht. Das kommt darauf an, wie die Regierung das händelt. Vor allem wie die USA und China das händeln und vor allem ob es keinen Krieg gibt. Der Krieg ist ja auch eine nicht ganz auszuschließende Sache. Graham Allison, der langjährige Dekan der Kennedy School, hat ein Buch geschrieben „Destined for War – Can America and China escape Thucydides’s Trap?“. Also „Können Amerika und China die Falle des Thucydides – also Krieg zwischen rivalisierenden Mächten – vermeiden?“ Ich hoffe das. Er hat gesagt „Wir müssen die Vergangenheit studieren, um die Gegenwart zu beherrschen!“ Dieser Meinung schließe ich mich an. Wie lange das dauert? Eigentlich hätte ja diese Bereinigung spätestens 2008 stattfinden müssen! Wir haben es jetzt nochmal 10 Jahre nach vorne geschoben mit den Folgen einer weiteren Zombiefizierung der Wirtschaft. Aber wenn ich irgendwann alles auf Null setze und von vorne anfange, dann geht das. Also ich habe gerade nochmal die legendäre Schrift von Ludwig Erhard aus den Jahren 1943–44 gelesen, die er im Reichssicherheitshauptamt der SS, oder unter dem Schutz des Reichssicherheitsamtes geschrieben hat. Weiß kaum einer. Unser späterer Bundeskanzler, weil man da schon, zumindest einige nicht mehr an den Endsieg glaubten. Da ging es um den Abbau dieser gigantischen Schulden. Wir können die Schulden immer nur, oder wir können immer nur die Ansprüche an das Sozialprodukt aus dem laufenden Sozialprodukt bedienen in einer Volkswirtschaft. In einer geschlossenen. Wenn da Außenhandel ist, kann man noch ein paar Auslandsvermögen aufbauen. Aber grad die Deutschen haben ein schlechtes Auslandsvermögen. Also es hängt ganz davon ab, wie wir das gestalten. Wenn wir jetzt alle Schulden streichen und eine vernünftige neue Wirtschaftsordnung quasi entwerfen würden, dann ginge es weiter. Aber das Problem ist, dass Politik selten vernünftig ist, interessengetrieben ist, dass da auch verschieden Schiffe aufeinander zusteuern, oder Dampfer aufeinander zusteuern. Das kann natürlich uns noch länger beschäftigen. Ich kann es nicht prognostizieren. Ich weiß nur, wir sind mittendrin! 

TW: Ja, dann werden es sicherlich weiterhin spannende Finanzzeiten sein. Wir haben ein hochinteressantes Experiment schon seit vielen Jahren mit der Niedrigzinsphase, was wir historisch noch nie hatten. Sogar mit Negativzinsen. Wir hatten ja auch dadurch eine Flucht in Sachwerte. Glauben Sie, das ist der richtige Weg? Was gibt es hierzu zu beachten?  

MO: Ja, Sachwerte sind schwieriger als Geldwerte. Ich meine, Geldwerte spiegeln auch die Stabilität einer Rechtsordnung wieder. Wenn früher Oma Erna zum Sparkonto ging und Geld abgehoben hat, da war das da. Die Inflation war im Griff. Wenn wir als Schüler am Welt-Spar-Tag unsere Pfennige zusammengekratzt haben und das aufs Sparkonto getragen haben, da wussten wir es gibt 3, 4, 5, 6% Zinsen. Das war nicht viel, aber wir mussten uns da keine Gedanken darüber machen. Es war eine sichere Geld-, Wirtschafts- und WährungsordnungDas haben wir nicht mehr! D. h., wir müssen in Sachwerte! Es ist aber schwieriger als das Geld zum Konto zu bringen. Das Beste ist natürlich für den Vermögensaufbau, für den Vermögenserhalt, sind Aktien. Aktien von Geschäftsmodellen, die auch unter den neuen ökonomischen Bedingungen florieren oder weiter existieren werden mit wahrscheinlich geringen Schulden in der Bilanz. Das muss man sich im Einzelfall anschauen. Man muss dann aber schauen, wie ist dieses Unternehmen beschaffen. Genauso wie man bei einer Immobilie schauen muss, wie teuer ist die? Wie gut ist die? Wie ist die Mieterstruktur? Der einzige Sachwert, der relativ unproblematisch ist, sind Edelmetalle. Aber die eignen sich nur als Beimischung oder als nicht korreliertes Asset. Also als absoluten Krisenschutz. Ich brauche auch produktive Assets. Und das sind Immobilien, Land, Aktien. 

TW: Was gehört für Sie in einen gesunden Cocktail von Sachwerten hinein? Also einige hatten wir ja schon angesprochen. Sonst noch Bereiche, die Sie interessant finden? 

MO: Nein, wir investieren in unseren Fonds, also Max-Otte-Vermögensbildungsfonds oder auch im Max-Otte-Multiple-Opportunities. Der ist für größere Investoren ab 100 TSD in Lichtenstein. Wir investieren in Aktienanleihen, Anleihen sind Geldwerte, halten aber zur Liquidität. Edelmetalle empfehlen wir privat zu halten. Immobilien überlassen wir natürlich auch dem Privaten. So ein Cocktaildas kann man nicht sagen. Das hängt vom Alter, von der Vermögenssituation, von der Anlegerpersönlichkeit, vom Vermögen ab. Im „Weltsystemcrash“ habe ich da zwei Portfolios dargestellt. Also Edelmetalle irgendwo zwischen 5 Minimum und 20 %, vielleicht wer will auch noch ein bisschen mehr. Aber dann ist irgendwann die Fahne ab. Aktien zwischen 30 – 50 % und Immobilien auch ein guter Batzen dabei. Ich kann natürlich, wenn ich anfange als junger Mensch gleich ein paar Immobilien kaufen. Da wird’s dann halt wahrscheinlich eher mehr Aktien sein. Und auch noch weniger Gold, weil ich ja natürlich Zeit habe und das Vermögen sich vermehren lassen kann. Aber sagen wir mal Edelmetalle irgendwo zwischen 5 – 20 % und Aktien zwischen 30 und auch gerne über 50 %, sind so Richtwerte. Ein bisschen liquide muss man sein. Aber das ist dann wirklich Sache der persönlichen Vermögensplanung. Das kann man natürlich nicht generell sagen. 

TW: Also die aktuellen Umstände, das macht Sie nicht wirklich nervös? Auch was das Thema Aktien betrifft. Sie sind da auch weiterhin zuversichtlich? Es wird auch viel Geld gedruckt. Das ist ja auch der Grund, warum es wieder nach oben geht. Da hat die Konjunktur einen großen Einfluss. 

MO: Es ist eine Bonanza für Aktionäre. Selbstverständlich. Was soll mich da nervös machen? Also wie gesagt, wir haben im März gekauft. Ich bin auch öffentlich on Air. Also sozusagen mit Statements, dass ich Anfang April voll investiert war. Persönlich war ich sogar mit einem kleinen Hebel unterwegs und bin es noch. Jetzt im Moment wird es natürlich etwas satter und meistens kommt ja zum Herbst hinein Rücksetzer. Also ich würde jetzt nicht Vollgas in Aktien gehen. Aber es gibt so viele Unternehmen und Geschäftsmodelle, die durch Corona, Covid-19 gefördert werden: Amazon, Apple, Alphabet. Die ganzen Onlinemodelle. Da muss man natürlich auch auf die Bewertungen schauen.

Aber ein Basket von 10 Top-Unternehmen wird auf die nächsten 5 - 10 Jahre immer noch gut Vermögensvermehrung oder Vermögenserhalt garantierenDas ist viel, viel sicherer mittelfristig als ein Kontoguthaben! Da gibt es überhaupt keine Frage. Denn ob dann irgendwann Amazon in Bitcoins oder in Zloty oder in Dollar abrechnet, ist doch Amazon egal, oder BMW. Also von da her, Aktien. Wir finden auch immer noch interessante Titel. Das Problem ist, dass der Markt so ein bisschen oder komplett gespalten ist. Es sind im Prinzip die Tech-Werte, wie Amazon und Google und auch Kleinere, wie CTS Eventim oder andere, Team Viewer, wie auch immer man sie nennen mag, gegen alle anderen, also gegen die „Old Economy“.

Also es ist schon so, dass diese Internetökonomie rasante Geschäftsmodelle bevorzugt, die am Anfang auch unter Umständen Verlust machen, wenn Sie dafür nur Markanteile erobern können. Das Investieren hat sich etwas gedreht. Aber das ändert nichts grundsätzlich daran, dass Aktien Produktivvermögen sind, dass da Menschen daran arbeiten, die Aktionäre reicher zu machen und dass sie natürlich einen großen Bestandteil des Depots ausmachen sollten. Auch jetzt. 

TW: Was mir in dem Kontext auch noch kommt, oder ich hatte die Tage auch einen Artikel gelesen vom BM-Vorstand, der sich beschwert, dass viele Menschen mehr und mehr ins Internet hineingehen, dass das auch ein Trend sein wird, auch unter anderem gefördert durch die Masken-Pflicht. D. h., dass die Menschen wirklich nicht mehr rumschlendern und einkaufen und sich dann mehr Gedanken machen, dass sie Dinge online kaufen. Sie sind auch ein Freund der Digitalisierung? Sehen Sie das als einen anhaltenden Megatrend? 

MO: Ich bin kein Freund der Digitalisierung. Ich bin ein großer Warner! Ich habe in einem Büchlein bei Ullstein „Rettet unser Bargeld!“ vor 5 Jahren vor der Bargeldverdrängung gewarnt. 

Ich war auf Corona-Demos, habe da gesprochen bei Querdenken. Ich finde das schrecklich, was da passiert. Deswegen engagiere ich mich auch dafür, dass wir das politisch in den Griff kriegen, dass wir auch den Weg in die digitale Diktatur irgendwie in den Griff kriegen und abwenden können. Hilft aber nichts, als Investor kann ich mich der Digitalisierung nicht entziehen. Ich muss da ja mitspielen. Ist da ein Doppelstandard? Sehe ich nicht so. Ich bin Staatsbürger meines Landes. Ich halte mich an die Gesetze und arbeite als Staatsbürger daran mit, dass die Gesetze besser werden. Aber solange die Gesetze so sind, wie sie sind, investiere ich im Rahmen der Gesetze. Das ist meine klare, ethische Position dazu. Ob ich jetzt ein paar Amazon-Aktien habe oder nicht, das tut nichts zur Sache.  

TW: Welche Aktienbereiche finden Sie dann besonders spannend im aktuellen Umfeld? Welche würden Sie unbedingt meiden und würden Sie niemals in Ihr eigenes Portfolio mit reinnehmen? 

MO: Also erst mal würde ich sagen für den allgemeinen Anleger ist es immer gut, nur die besten und sichersten Geschäftsmodelle zu nehmen, selbst wenn sie ein bisschen teurer sind und das sind leider im Moment einige der Internetgiganten. Also so wie Microsoft oder Alphabet. Amazon ist brutal teuer im Moment. Aber auch Kleinere, die im Internet unterwegs sind. Also das sind Sachen mit langfristiger Zukunftsperspektive. Vielleicht noch einige Pharmawerte. Das gehört rein. Andererseits gibt’s natürlich Unternehmen, die unterhalb der Oberfläche jetzt nicht von diesem Boom erfasst sind, aber sehr, sehr billig sind, weil eben alles in diese Werte strömt, die wir aber auch noch brauchen. Wo wir also billig kaufen können. Z. B. in Unternehmen wie Vodafone, die immer noch große Abschreibungen haben aus der Mannesmann-Übernahme, und deswegen niedrige Gewinne ausweisen, aber einen sehr schönen Cash-Flow haben. Eine sehr große Marktposition weltweit dominierend sind. So ein Infrastrukturunternehmen, das kann man auch machen. Also diese zwei Bereiche kann man durchaus machen. Oder Philip Morris, also Tabakaktien, die immer performen irgendwie, vielleicht sogar ein paar große Energieversorger, Energietitel, oder Ölförderer wie Total. Das sind also die zwei Bereiche, aus denen ich ein Portfolio zusammenbauen würde. Was ich gar nicht mache, was wir gar nicht machen, sind so neue Trends wie Wasserstoff oder da kommt ein neuer Hype auf. Wir wollen also erstmal, dass da konkrete Geschäftsmodelle da sind, dass man nicht mit einem Schlagwort irgendwas verkauft. Das hat noch nie was gebracht. Das ist meistens nur für die Initiatoren gut. Da halten wir uns von fern. 

TW: Sie hatten ja gerade auch das Thema Anleihen angesprochen. Die können Sie ja auch in Ihrem Fonds ja mit reinnehmen. Wie sehen Sie Anleihen im aktuellen Umfeld? Wie setzen Sie das bei sich aktuell um und warum? 

MO: Wir machen ab und zu mal was, wenn wir glauben, dass die ziemlich sicher sind, dass die Renditen stimmen, weil wir eben Cash-Ersatz, Liquiditätsersatz brauchen. Wir können nicht alles auf dem Bankkonto halten. Da gibt’s dann Negativzinsen für uns als institutionelle Investoren, als Fondsmanager und damit sind wir gezwungen ab und zu mal eine Anleihe zu nehmen, wenn die 3, 4, 5 % abwirft. Das ist zwar bestenfalls ein Risikoausgleich und das ist für uns nur ein Ersatz dafür, dass wir Liquidität halten. Aber gelegentlich machen wir das. Wir schauen dann in Bereichen, Unternehmensanleihen, die vielleicht nicht so offensichtlich sind. Gelegentlich finden wir was. Wir sind da nicht so begeistert, aber wir machen es halt mit. Denn wir haben ein Niedrigzinsumfeld. Also eigentlich ist das Thema für Anleihen nicht sehr erquicklich. 

TW: Vielen Dank Herr Prof. Dr. Max Otte. Vielleicht können Sie es nochmal zusammenfassen? Was ist Ihr Resümee für Privatanleger? Was würden Sie im aktuellen Umfeld empfehlen? Was soll man jetzt tun mit seinem Geld? 

MO: Ein Aktienportfolio mit besonders sicheren Unternehmen. Bitte dann einfach vergessen und liegen lassen. Edelmetalle als Ergänzung. Wer sich mit Immobilien auskennt natürlich auch eine Immobilie. Aber nicht, wie mein Kollege Investmentbank-Garanteur sagt, das Eigenheim in der Pampa. Ich meine damit nicht Südamerika, sondern irgendwelche Vorstadtregionen, wo ein neues Eigenheim erstmal automatisch fast weniger wert ist, als wenn man es kauft. Sondern dann Immobilien, die auch nach Renditegesichtspunkten, nach Lagegesichtspunkten etwas betrachtet sind. Genauso wie Aktien. Eine Mischung. Und mit einem Teil liquide bleiben, aber bitte nicht zu viel. Denn Kontoguthaben sind definitiv bedroht! 

TW: Da sind sehr spannende Tipps und Informationen dabei. Ein Haus in der Pampa ist glaube ich weniger empfehlenswert. Da gibt’s übrigens wirklich eine Region in Argentinien, die heißt auch La Pampa. 

MO: Na klar! Deswegen habe ich mich auch gleich korrigiert. Dass ich nicht Südamerika meint, davon kommt ja die Pampa letztendlich. Da kommt ja auch viel Fleisch her. Natürlich nichts gegen einen Zweitsitz in Südamerika oder der Schweiz oder sonst wo einzuwenden. Aber diejenigen, die das haben, die wissen natürlich auch um die Qualität… Bisschen sich global diversifizieren, kann nicht schaden. Aber das ist natürlich nicht jedem gegeben. Aber was ich empfehle, sobald das Vermögen eine gewisse Größenordnung überschritten hat, ist schon ein legales Konto in der Schweiz oder Lichtenstein 

Da kommt man gut hin. Es ist mittlerweile administrativ sehr schwer. Natürlich legal bitte sehr. Aber das Geld ist erstmal aus dem unmittelbaren Zugriff der Europäischen Union raus. Das ist auch schon mal was wert. 

TW: Ja, das ist auch etwas, wo wir in unserer Community seit vielen Jahren darauf hinweisen. Sehr, sehr empfehlenswerte Tipps. Solange es eben noch geht. Denn wir werden sicherlich sehr spannende Finanzzeiten haben. 

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