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Digitale Nomaden – Interview mit DNX-Gründer Marcus Meurer

„Digitales Nomadentum“ ist zum Trend geworden. Aber wie kann man als Online-Selbständiger eigentlich Geld verdienen?

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Dazu sprechen wir heute mit meinem Gast Marcus Meurer, dem Mitgründer von DNX – den Digitalen Nomaden.

Digitale Nomaden sind Menschen, die online arbeiten. Viele aus der Community kennen dies ja beispielsweise von mir. Ich bin auch viel unterwegs und es war immer so eine Zielstellung von mir. Darum ist das Thema heute hier bei der DNX Konferenz eine Herzensangelegenheit für mich und ich freue mich dabei zu sein.

THORSTEN WITTMANN: Vielen Dank schon einmal für das Interview und auch die Kurzinspiration an unsere Klartext-Community. Marcus, vielleicht kannst du dich einfach mal kurz vorstellen bzw. erklären was DNX eigentlich bedeutet. Was sind das für Menschen?

MARCUS MEURER: Ja, also danke erst einmal für die Einladung zum Video-Interview und cool, dass du mit am Start warst. DNX bedeutet eigentlich „Digital Nomad Expo“, „Digital Nomad Conference“. Dafür stand es mal. Mittlerweile ist es viel mehr.

Neben den Konferenzen, die hier auch gerade in Lissabon stattgefunden hat, organisieren wir auch noch Co-Living und Co-Working Camps. Wir haben einen Podcast gestartet und haben eine richtig große Community rund um das Thema „digitales Nomadentum“. Wir haben eine Tool-Box und arbeiten gerade an einer Academy, also an einem Online-Kurs-System.

THORSTEN WITTMANN: Hier waren jetzt auch mehrere hundert Menschen. Wir organisieren ja auch selbst Events und jeder weiß, dass es nicht einfach ist, ein paar hundert Menschen an einen Ort zu bekommen, d.h. da steht schon eine große Community von vielen 10.000 Menschen dahinter.

MARCUS MEURER: Ja, digitale Nomaden an sich gibt es mittlerweile mehrere hunderttausend würde ich sagen. Hier waren jetzt ca. 500 Leute in Lissabon und das zeigt einfach den Zeitgeist. Es zeigt, dass die Menschen bereit für einen Wandel sind, gerade auch in der Arbeitswelt. Das alte 9-to-5-System hat völlig ausgedient.

Die 40-Stunden-Arbeitswoche wurde 1914 von Henry Ford eingeführt, um Autos am Fließband effektiver herstellen zu können und heute haben wir das Jahr 2017 und jeder überall in der Welt ist via Facebook über maximal fünf Ecken miteinander verbunden. Trotzdem arbeiten wir immer noch nach diesem alten 40-Stunden-Prinzip. Das zeigt einfach, wie ausgedient dieses konventionelle Arbeitsmodell ist.

Aber gerade auch bei der DNX geht es nicht nur um die Arbeitswelt. Wir betrachten das Ganze holistisch. Wir betrachten die verschiedenen Lebensbereiche, die im grünen Bereich sein sollten, um ein glückliches Leben zu führen. Dazu gehören neben dem Job, zum Beispiel auch noch die Beziehung, Gesundheit, Sport, Spiritualität und Geld. Und das sind so die Bereiche, die wir hier auf der Konferenz abdecken und die immer mehr Menschen auf der ganzen Welt verfolgen.

Wir hatten jetzt über 45 Nationen am Start mit 500 Teilnehmern. Das Ganze ist sehr organisch gewachsen. Vor drei Jahren, 2014 in Berlin, bei der ersten deutschsprachigen Konferenz, haben wir zuerst im Meet-Up Raum im Betahaus für 50 Leute angefragt. Am Ende besuchten 200 Leute diese Konferenz. In Deutschland sind wir mittlerweile bei über 1.000 Leuten auf den Konferenzen. Es wächst also an allen Ecken und Enden.

THORSTEN WITTMANN: Gut, dann kann man ja schon sagen, dass es ein Trend ist und es wird ein Trend bleiben und nicht weniger werden, oder?

MARCUS MEURER: Also ich würde schon fast sagen, dass es von einem Trend zum Hype zu einem Teilbereich des Arbeitsmarkts der Zukunft geworden ist und immer einer bleiben wird. Es wird nie Mainstream sein, dafür ist das andere Konzept für viele Menschen auch das bessere. Wir wollen niemanden missionieren oder überzeugen, welches Konzept gewinnen soll.

Wir sind für die Leute da, die sagen, ich möchte nicht mehr konventionell meine Doppelhaushälfte in Deutschland abbezahlen und einen Angestelltenjob haben. Bei uns geht es dann viel um Selbstständigkeit, um das Reisen, um Online-Unternehmertum oder auch um die Gründung des eigenen Start-ups on the Road. Aber es gibt auch immer mehr Unternehmen, die ihren Mitarbeitern so genannte Remote-Companies genehmigen. Sie können quasi von überall aus arbeiten und werden auf Co-Working Basis bezahlt. Die Unternehmer haben erkannt, dass Menschen einfach produktiver und kreativer sind, was besonders für kreative Jobs relevant ist.

Man kann mehr leisten an den Orten, an denen man glücklich und zufrieden ist. Man ist kreativer, wenn die Balance vorhanden ist, als wenn man vielleicht in einem Office sitzt und gegen eine leere Wand starrt und auf einmal kreativ sein muss.

THORSTEN WITTMANN: Du kennst ja viele Menschen, die das machen wollen und auch, die den Sprung gemacht und geschafft haben. Was kannst du Menschen empfehlen, die jetzt vielleicht „Bürohengste“ sind, aber es eigentlich gar nicht sein wollen, weil es sie nicht glücklich und zufrieden macht?

MARCUS MEURER: Erstmal sollte man für sich selbst darüber im Klaren sein, was die eigenen Werte sind. Viele Werte von digitalen Nomaden sind einfach Freiheit und Selbstbestimmung. Sie wollen einfach den Ownership, also die Entscheidungsgewalt über ihre Zeit, über ihren Job und letztendlich über ihr Leben zurückhaben.

Das ist leider bei vielen Menschen verloren gegangen, besonders jetzt in den letzten 10-20 Jahren würde ich sagen. Wenn für die Menschen Freiheit und Selbstbestimmtheit ganz oben stehen, dann könnte der digitale Nomaden-Lifestyle sehr gut etwas für sie sein.

Der nächste Step wäre dann, dass man auf Meet-Ups geht. Es gibt immer mehr kostenlose Meet-Ups auf der ganzen Welt, besonders in Digitalen Nomaden Hotspots, aber auch in Deutschland. Das ist natürlich sehr hilfreich, genau wie der Besuch auf einer unserer Konferenzen. Die findet immer einmal im Jahr am letzten Mai-Wochenende in Berlin statt, wo viele Digitale Nomaden am Start sind, die das Leben schon leben, aber auch viele, die gerade noch in der Transformationsphase sind und gerade nach so einem Ausbruch aus dem Hamsterrad suchen. Diese Inspiration von anderen Menschen, wie sie es denn geschafft haben oder welchen Weg sie gerade für sich suchen, ist dann auch wichtig, um selbst in die Umsetzung zu kommen.

THORSTEN WITTMANN: Das öffnet einfach den Geist.

MARCUS MEURER: Absolut, du bist ja immer der Durchschnitt der 5 Menschen, mit denen du die meiste Zeit verbringst. Ich merke es selbst, es ist sowas von wahr und du brauchst einfach gleichgesinnte Menschen um dich herum, gerade in Deutschland, um aus dieser sehr verkrusteten Arbeitswelt rauszukommen, wo noch viel über Angst gesteuert wird. Das Umfeld unterstützt einen meist nicht so, wenn man sich entscheidet, sich selbständig zu machen und dann auch noch von unterwegs zu arbeiten.

THORSTEN WITTMANN: Das kann ich selbst auch bestätigen hier von meinem Besuch auf der Messe. Es ist einfach ein ganz eigener, spezieller Schlag von Menschen, die man hier antrifft. Querdenker. Da taucht man in eine andere Welt ein und nimmt andere Dinge wahr. Eine Bewegung. Einen Wandel.

MARCUS MEURER: Das ist voll spannend für mich das als Feedback von dir zu nehmen, weil für mich ist das irgendwie meine normale Welt. Eben war noch ein Speaker hier, der Ka Sundance, der auch von dir interviewt wurde. Der ist ein guter Freund von uns und genauso kenne ich viele andere Leute, die genauso leben wie ich. So ist das jetzt meine Welt und für mich ist es ganz normal, dass meine Freunde nicht da sind, wo ich gerade bin, sondern dass sie auch um die Welt reisen. Aber das man sich immer wieder irgendwo trifft.

Klar, veraltete Konventionen stellt man dauerhaft immer mal wieder in Frage, aber das ist irgendwie der Normalzustand bei uns, darum vergisst man manchmal, dass das so von außen betrachtet doch noch so eine Randerscheinung oder eine Randgruppe ist, die aber gerade immer mehr Reichweite bekommt.

THORSTEN WITTMANN: Wenn man sich eben immer mit den Menschen umgibt, die einem selbst ähnlich sind, dann wird das schon irgendwie wieder relativ normal.

MARCUS MEURER: Ja, genau.

THORSTEN WITTMANN: Dafür sind solche Events ja toll. Ja lieber Marcus, vielen Dank für die tolle Inspiration und ich glaube, das passt bei uns sehr gut rein, in den Bereich „finanzielle Freiheit leben“.

Mehr erfahren können Sie auf der deutschsprachigen Homepage dnx-berlin.de.


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