Einfach erklärt: Inflation, Deflation und Stagflation

  • 26. Mai 2017

Was verbirgt sich eigentlich hinter den Begriffen Inflation, Stagflation und Deflation? Wo wird uns da schnell mal Sand in die Augen gestreut von Regierungen und von Notenbanken? Und wie können Sie sich dagegen wappnen?

More...

Inflation

Inflation ist die Preissteuerung, d.h. dass Produkte einfach im allgemeinen Warenumlauf teurer werden. So wie wir das beispielsweise regelmäßig beim Brot sehen können, wenn wir einen Fernseher kaufen o.ä., es wird alles mit der Zeit immer ein bisschen teurer.

Wichtig ist aber hier zu unterscheiden, was die offizielle Inflation ist.

Im Euro-US-Raum beispielsweise sind es ganz grob im Schnitt gerechnet 2-3 %. Aber was ist die inoffizielle Inflation? Also d.h. die wahre, die wirkliche, die gefühlte Inflation.

Auf den Seminaren und Vorträgen frage ich die Menschen immer: Was ist denn die gefühlte Inflation, z.B. in Deutschland.

Wenn Sie damals 2000 DM ausgegeben haben, wie viel ist das jetzt in Euro?

Und die meisten Menschen - grob geschätzt 95 % aller Befragten - antworten hier, dass es mindestens dasselbe kostet, oder sogar noch deutlich mehr, was eine gefühlte Inflation von 6-7 % Plus bedeutet.

Das entspricht nicht unbedingt der wirklichen Inflation die wir offiziell haben.

Was ist nun der wahre, wirkliche Wert?

Das kann man bei einer Inflation relativ schlecht sagen, da es immer darauf ankommt, wie man etwas bewertet.

Auf shadowstats.com hat ein US-Wirtschaftswissenschaftler folgendes gemacht: Er hat einfach die statistische Erhebungsmethode in den USA  seit 1980 nicht verändert.

Und kam plötzlich auf eine ganz andere Inflation. Das Ergebnis waren nicht die offiziellen 2-3%, sondern eine deutlich höhere Inflation von im Schnitt 7-8%. Und das ist möglicherweise die viel realistischere Inflation im Vergleich zu dem, was wir eben von Regierungen oder von Notenbanken jeden Monat lesen.

Aus diesem Grund ist hier meine ganz klare Empfehlung: Seien Sie kritisch, wenn es um das Thema Inflation geht. Man muss umdenken. Eine Geldanlage auf der Bank, die beispielsweise nur einen oder zwei Prozent bringt, ist letztendlich eine Geldvernichtung auf Zeit.

Wenn die Inflation wirklich 6-7 % beträgt, sagen wir 6 % und es 1 % auf der Bank bringt, dann ist das ein Verlust von 5 % in jedem Jahr. Und nach 10 Jahren sind das 50 %, effektiv sogar mehr, weil hier der Zinseszins zum Tragen kommt.

Deflation

Deflation klingt auf den ersten Blick gut, denn die Preise werden hier günstiger. Dies bringt aber große ökonomische Schwierigkeiten mit sich, weil dann die Unternehmen nicht wirklich investieren und das Wirtschaftsumfeld in der Regel sehr schwierig zu handhaben ist.

Das heißt, eine gesunde, moderate Inflation ist sogar sehr, sehr gesund und positiv.

Stagflation

Die Stagflation ist eine Kombination aus den Begriffen "Stagnation" und "Inflation". Das heißt, wir haben ein inflationäres Umfeld, die Preise werden teurer, aber gleichzeitig stagniert die Wirtschaft.

Meistens ist es so, dass während einer Inflation die Notenpressen noch angeworfen werden. Das bedeutet, dass wir eher in einem aufstrebenden Umfeld sind, das zwar auch wieder Konsequenzen hat, weil die Bevölkerung mit der Zeit deutlich mehr zahlen muss. Das Positive ist aber, dass zumindest die Wirtschaft boomt.

Bei einer Stagflation hingegen ist das nicht der Fall, das heißt, es handelt sich hierbei um eine sehr ungünstige Situation, weil die Wirtschaft im Ganzen nicht weiter wachsen kann.