Achtung: Risiken bei der Investition in „Zertifikate“

  • 21. Juli 2017

Zertifikate sind eine beliebte Investition. Doch welches nicht unerhebliche Risiko versteckt sich dahinter? Genau das werde ich Ihnen heute verraten, damit Sie Geld sparen und dieses Risiko vermeiden können.

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Was sind Zertifikate?

Zertifikate sind eine Unterform von „Derivaten“. Das Wort Derivat kommt aus dem Lateinischen und bedeutet ganz vereinfacht: „abgeleitetes Finanzinstrument“. Mit Zertifikaten kann man teilweise sehr abenteuerliche Geschichten machen, sie können sehr einfach gestrickt sein, sehr häufig sind sie aber auch sehr kompliziert.

Es gibt unterschiedliche Formen von Zertifikaten, z.B.:

  • Index-Zertifikate
  • Bonus-Zertifikate
  • Discount-Zertifikate
  • Garantie-Zertifikate

Um es für Sie greifbarer zu machen, erkläre ich es Ihnen anhand eines Beispiels. Ihre Bank macht Ihnen einen Vorschlag für ein „Index-Zertifikat“ auf dem deutschen „Aktien-Index“. Diese bilden dort den wirklichen Index oder aber einen Landwirtschafts-Index, wie beispielsweise die Schweinebauch-Preise o.ä. Es kann auch sein, dass ein Aktien-Portfolio und eine bestimmte Schwelle nicht unterschritten werden dürfen. Dann erhalten Sie einen Bonus.

Der Vorteil von Zertifikaten ist, dass sehr interessante Dinge nachgebildet werden können. Genau dies führt aber auch zu den drei Nachteilen, die Sie unbedingt kennen sollten.

Nachteile von Zertifikaten

Zum einen sind Zertifikate sehr intransparent. Häufig geht es sogar so weit, dass nur die Konstrukteure selbst wissen, wie es wirklich genau gestrickt ist. Nicht einmal die Berater wissen, was im Hintergrund passiert und abgebildet wird. Darum sollten Sie bei so einer Geldanlage immer vorsichtig sein.

Das führt uns auch schon zum zweiten Nachteil. Da Zertifikate sehr abenteuerlich gestrickt sind, lassen sich hier sehr gut Gebühren verstecken, die man nicht direkt sehen kann.

Schauen wir uns zum Beispiel ein Index-Zertifikat an. Sie haben gesehen, dass die Wertentwicklung des Indexes in den letzten drei Jahren „Plus“ 50 % betrug. Das Zertifikat selbst hat aber nur 40 % zugelegt. Dann haben Sie 10 % Rendite durch Gebühren verloren und können diesen Verlust noch nachvollziehen. In vielen anderen Bereichen aber ist es nicht so leicht nachvollziehbar, d.h. dass Sie im Zweifelsfall besser die Finger davon lassen sollen.

Des Weiteren handelt es sich bei Zertifikaten um Schuldverschreibungen, d.h. dass es wie ein Darlehen gehandhabt wird. Sollte also der Darlehensgeber, in dem Fall die Bank, insolvent gehen, dann verlieren Sie möglicherweise Ihr gesamtes Geld. Und genau das ist der Hauptgrund, warum wir Zertifikate noch nie unserem Publikum weiterempfohlen haben und es vermutlich auch niemals empfehlen werden.

Meine Empfehlung bei Zertifikaten

Sollten Sie nichtsdestotrotz in ein Zertifikat investieren - und Sie sollten es nur tun, wenn Sie wirklich wissen, was Sie tun - seien Sie vorsichtig und nehmen Sie es am besten als Streuung mit hinein!

Ein Zertifikat ist immer eine Spekulation, die für erfahrene Geldanleger, die auch die Gebühren einschätzen können, interessant sein kann. Ich empfehle Ihnen aber im Zweifelsfall immer die Hände davon zu lassen. Es ist eine Geldanlage, die ich persönlich absolut meide und auch selbst nicht besitze. Ich empfehle Ihnen daher Selbiges zu tun und nicht zu investieren. Dieser Tipp kann Ihnen also möglicherweise viel Geld sparen.